dein blaues kleid

maria
wie kommt es
dass es mich zu bergen
scheint?
allein sein glanz
kann es nicht sein
ist es dein blick
die augen
im selben hellen
blau
hände die endlos geben
und empfangen?
nicht zu sagen
ist es und nichts zu tun
nichts zu haben
nur in sich ruhn
sagst du
lächeln
kannst du
ewig junge weise frau
fülle wird frei
eins zwei drei
sie darf sie kann
sie gibt sie nimmt
sie ist bestimmt
gesegnet
starre ich auf
deinen rechten fuss
sanft und leicht
ruht er
auf der schlange
beinahe zärtlich
hat sie sich dir zu füssen
hin gelegt
den kreis geschlossen
mit dem apfel
im weit offenen mund
dein blaues kleid
maria
nun sehe ich
birgt mehr als
die deinen segen
suchen
tarnung und hülle
ist es
mit goldenem gurt
gnade verströmt es
sanfte kraft
der neugeburt –
schlangenbändigerin!

(Gespräch mit der Marienfugur aus Stein in der Kapelle Riedes-Dessus)

es könnte sein

plötzlich bist du stärker
als du dachtest
unerwartet los gelöst
und frei
begibst du dich
in die tropische nacht
nackt wirft sie dich
an geheimnisvolle ufer
deiner seele
die noch manches
mit dir vorhat –
erwartungen
vorstellungen
ansprüche:
einschmelzen!

nun

ist es wieder so weit
die satteltaschen
laden
kleider in ihre beutel
und in den rucksack
verstauen
schnallen und schuhe
schnüren
sonnenbrille helm
und ein lächeln
aufsetzen
keine gedanken
an hitze schweiss
oder müde beine
jetzt ist alles frisch
genau so wie 
jeder einzelne
tritt ins pedal
kein grund
voraus zu eilen
nicht einmal
im kopf
auf gehts
let´s begin
anfänger jeden
tag 

golden softness

nichts mehr
als das
was von allein
nicht weniger
als das leben selbst
am steuer
die feier des augen
blicks dazwischen
gnade überfliessend
auf gehen im
silbernen strom
der atem leicht
betört vom duft
der frisch gemähten
felder im flirrenden
licht des frühen sommers
nichts tun
sein ohne soll
verweilen in der schwebe
sinken lassen
im fallen
aufgehoben