der schrei

der durch die zeitalter
hindurch
in dir aufsteigt
würde ganze häuser
zum einstürzen bringen

also hältst du ihn
zurück
nur –
was tut er jetzt
in dir
wo du weisst
dass es nicht
dein schrei ist
sondern der
des menschen
schlechthin
der genug hat
von…

und du siehst ihn
in gesichtern
im bus im zug im café
in mienen wie erstarrt
kurz vor dem schrei
den sie ebenso
zurückhalten
wie du
aus angst oder anstand
oder beidem
mienen die an minen
erinnern
denkst du

allein mit schreien
ist noch nichts getan
es sei denn
die mauern würden
tatsächlich einstürzen
nicht die von häusern
aber die von bunkern
und fassaden
die kein mensch braucht
weder innen noch aussen
es wurde
noch keiner
glücklich darin

und solange der schrei
nicht sein darf
ist da scheinbar nichts
ausser nicht fühlen
und das ist so viel
wie nicht leben

(4. Februar 2019)

 

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hinter dir

ein apfelbaum
vor dir
die frucht

in dir
ein herz
ein stab
ein glanz

ausser dem
und ausser
sich

die welt

frühlingsputz

was will
sich festhalten?

was hält dich
wo?

was will noch mehr
vom gleichen?

was will nicht mehr
so weiter wie bisher?

was hält dich
zurück?

was darfst du
was nicht?

was willst du
was nicht (mehr)?

was muss sein
was nicht (mehr)?

wer bist du
wer nicht (mehr)?

was ist heute
deine wahl?